Ausstellungen

Sonja Eismann und Christiane Erharter

Sonja Eismann und Christiane Erharter




 
Installation „Re-Punk Electronic Music!“
published 07.06.2004

Sonja Eismann, Christiane Erharter

findet statt im auto - der neue kunstraum - 3., radetzkystrasse 5/1

SOUNDLECTURE am 12.6.04 um 13:00 uhr

Es sind hauptsächlich Frauen, die seit geraumer Zeit mit dezidiert performativen Ansätzen die interessantesten Impulse in der elektronischen Musik geben und Geschlechterklischees dekonstruieren. Nahezu allen diesen Projekten sind Überlegungen gemeinsam, wie elektronische Musik anders aufgeführt werden kann, sowie Referenzen an die Ästhetik von Punk und dessen respektlose Do-it-yourself-Praxis, die dem „Dürfen wir das?“ ein „Alles ist möglich!“ entgegensetzt.

Die Beiträge dieser Frauen können als Kapitel der Musikgeschichte gelesen werden, in der Musikerinnen seit den 70er Jahren – vom Punk über die Riot-Grrrl-Bewegung bis zur Gegenwart – Dekonstruktion, Subversion oder Affirmation als Strategien einsetzen, um die Geschlechterverhältnisse in der Musik auf den Kopf zu stellen, an einem Gegenentwurf zum männerdominierten Gitarren- und Computerspiel zu arbeiten und sich ihre eigene (feministische) Geschichte zu schreiben.

Die Installation „Re-Punk Electronic Music!“ kontextualisiert die einzelnen Aktivitäten und weist auch auf die historische Kontinuität hin, die zwischen den gegenwärtigen Ansätzen und denen der 70er Jahre besteht. Mittels zwei Abhörstationen mit CD-Compilations aktueller und „historischer“ Tracks; Monitoren mit Video-Compilations von Videos, Dokus und künstlerischen Arbeiten; Plattencovers; Zeichnungen und Texten entsteht ein Archiv zu weiblichen Repräsentationsstrategien in der Musik, das Information und Entertainment fusioniert.

Die Installation „Re-Punk Electronic Music!“ wurde als Teil1 des Hubs Sonische Landschaften für die 3. berlin bienale für zeitgenössiche kunst, Februar-April 2004, in Berlin gestaltet. In Wien wird eine modifizierte Version gezeigt.

Wir wollen uns bei allen Künstlerinnen bedanken, die mitgemacht haben und uns Material zur Verfügung gestellt haben! Besonders bedanken für die Hilfe bei der Konzeption und Realisation wollen wir uns bei Max Freudenschuß. Danke auch an: Christina Ertl und Tobias Hassels für ihre Videodokumentation realplayer:genderfuck; Lisa Max für ihre Illustrationen; Kevin Blechdom, Jule K, Fehmi Baumbach, Gudrun Gut, Angie Reed, Rhythm King and Her Friends, Chicks on Speed Records, Michael Späth und Mathieu Schwischay von Disko B, Michael K. und Hadmar von FatalRecordings für die Bereitstellung von Posters, Tonträgern und Videos; Ute Meta Bauer (Kuratorin der 3. berlin bienale für zeitgenössiche kunst), Maria Bustnes, Renate Wagner, AUTO (Markus und Tina), Iif für die Koordination in Wien. Keep on livin’!


Sonja Eismann (*1973 in Heidelberg) lebt in Köln und ist Redakteurin beim Musikmagazin Intro. Publikationstätigkeit für diverse Medien, Buchveröffentlichungen und Radiosender sowie Vorträge und Workshops zu einer feministischen Repräsentationskritik der Popkultur (s. www.plastikmaedchen.net).

Christiane Erharter (*1974 in Kufstein) lebt in Oslo und ist Kuratorin für das International Studio Program Oslo des Office For Contemporary Art Norway. Seit 1997 betreibt sie mit Max Freudenschuß das Musik- und Kunstlabel Kessy Lux Organisation (t0.or.at/~kessylux).

Vernissage "so sieht z.b. schnee aus"